Hufrehe beim Pferd: Früherkennung, Erste Hilfe & Vorbeugung
Medizinischer Hinweis
Diese Ratgeber-Inhalte ersetzen keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Unklarheiten, akuten Beschwerden oder Notfällen wende dich bitte umgehend an einen Tierarzt, einen tierärztlichen Notdienst oder eine Tierklinik.
Hufrehe gehört zu den schmerzhaftesten Pferdekrankheiten. Je früher du die Anzeichen erkennst, desto besser lassen sich Folgeschäden vermeiden.
Hufrehe ist für Pferdebesitzer einer der beunruhigenden Momente: Das Pferd steht plötzlich schmerzverzerrt da, bewegt sich kaum noch und legt das Gewicht auf die Hinterhand oder die Vorderbeine um. Ursache ist eine Entzündung des Huflederhaut, die durch Umwälzungsstörungen im Huf entsteht. Schnelles Handeln ist gefragt, denn Hufrehe kann chronisch werden und im schlimmsten Fall das Pferd dauerhaft beeinträchtigen.
Wichtiger Hinweis
Hufrehe ist ein Notfall. Bei Verdacht solltest du sofort deinen Tierarzt und den Hufschmied informieren. Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Behandlung.
Frühe Anzeichen einer Hufrehe
- Das Pferd steht ungewohnt, oft mit gespreizten Vorderbeinen oder Entlastung der betroffenen Gliedmaße.
- Starke Druckempfindlichkeit beim Abrollen oder Hufschlagtest.
- Wärme im Hufbereich und ein spürbarer Puls an der Hufkrone.
- Zunehmende Lahmheit, besonders auf hartem Untergrund.
- Unruhe, Schwitzen, Muskelzittern oder verändertes Liegeverhalten.
Sofortmaßnahmen bei Hufrehe-Verdacht
- 1Rufe sofort den Tierarzt an und informiere parallel den Hufschmied.
- 2Bringe das Pferd auf eine weiche, ebene Unterlage (Stroh, Sand, Matte).
- 3Kühle die Hufe vorsichtig mit kaltem Wasser oder Kühlbandagen — aber nicht zu lange oder zu kalt.
- 4Entferne eventuell Hufeisen, wenn der Schmied es anordnet oder technisch möglich ist.
- 5Halte das Pferd ruhig und vermeide unnötige Bewegung.
Boxruhe, Futterumstellung und Hufpflege
In der Akutphase braucht das Pferd strikte Boxruhe auf weichem Untergrund. Der Tierarzt legt die Medikation fest, meist Schmerzmittel und entzündungshemmende Präparate. Parallel wird das Futter umgestellt: Weniger Zucker und Stärke, mehr strukturreiches Heu und ausreichend Wasser. Der Hufschmied kann mit speziellen Beschlägen oder einer Hufschuhtechnik für Entlastung sorgen.
Vorbeugung: So schützt du den Huf
- Konzentriertes Futter dosiert und an Leistung angepasst verfüttern.
- Regelmäßige Hufpflege alle 6–8 Woche durch einen erfahrenen Hufschmied.
- Bewegung und Auslauf, um den Stoffwechsel und die Durchblutung zu fördern.
- Vermeidung von plötzlichen Futterumstellungen, besonders im Frühjahr und Herbst.
- Gesundheitskontrollen mit Gewichtsüberwachung und Blutwerten bei Risikopferden.
Risikopferde und Ursachen
| Risikofaktor | Erklärung |
|---|---|
| Übergewicht | Mehr Druck auf die Huflederhaut, Stoffwechselbelastung |
| Zucker- und stärkereiches Futter | Fördert Durchblutungsstörungen im Huf |
| Ponomonie / Weidegras-umstellung | Plötzliche Nährstoffänderung belastet den Stoffwechsel |
| Erbrechender Huf | Ungünstige Hufmechanik erhöht die Belastung |
| Cushing oder Insulinresistenz | Endokrine Erkrankungen begünstigen Hufrehe |
Häufige Fragen
Kann ein Pferd von Hufrehe wieder genesen?
Ja, viele Pferde genesen vollständig, wenn die Hufrehe früh erkannt und richtig behandelt wird. Chronische oder wiederkehrende Verläufe erfordern jedoch lebenslange Management-Änderungen.
Wie lange dauert die Boxruhe bei Hufrehe?
Die Dauer ist individuell. In der Akutphase sind mehrere Tage bis Wochen strikte Ruhe nötig. Der Tierarzt und Hufschmied legen den genauen Plan fest.
Soll ich das Pferd bei Hufrehe bewegen?
In der Akutphase nein. Später kann gezielte, schonende Bewegung auf weichem Untergrund Teil der Therapie sein — aber nur nach Absprache mit dem Tierarzt.
Ist Hufrehe ansteckend?
Nein, Hufrehe ist keine Infektionskrankheit. Sie entsteht durch Stoffwechsel-, Ernährungs- oder Hufmechanik-Probleme.